In Altenstadt hat sich innerhalb kurzer Zeit eine Initiativgruppe gebildet, die sich für die Dreijährige unglaublich ins Zeug legt, allen voran Irina Schmid. Die Altenstädterin, die selbst Mutter eines Kindes im Jugendheim-Kindergarten ist, kennt Maja und deren Familie von dort. Nachdem sie vor etwa zwei Wochen dem Kind mit seiner Mutter zufällig begegnet ist, drängte es sie, irgendetwas zu unternehmen. Deshalb hat sie Pfarrer Christoph Wiborg und dessen Kollegin Ulrike Knapp sowie weitere Kindergartenmütter angesprochen und sich mit der “DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei” in Verbindung gesetzt.
Dieser Tage wurden bei einem offiziellen Pressetermin drei Schirmherren für die Typisierungsaktion, der Termin dafür, der Ort und ein Spendenkonto vorgestellt. Die Vertreterin der DKMS, Maria Kostoglou, zeigte sich beeindruckt von diesen “Hochgeschwindigkeitsvorbereitungen”, die sie so noch nie erlebt habe.
Es sind Dekanin Gerlinde Hühn, Oberbürgermeister Wolfgang Amann und Stadtrat Peter Maichle, die allesamt ohne zu zögern bereit waren, die Schirmherrschaft für die Typisierungsveranstaltung am Samstag, dem 11. Juli, in der TVA-Halle zu übernehmen.
Aber auch sonst rennen die Organisatoren offene Türen ein: Innerhalb weniger Tage stellte die Kreissparkasse das kostenlose Spendenkonto zur Verfügung, für die Benutzung der TVA-Halle muss nichts bezahlt werden, vom Deutschen Roten Kreuz Geislingen kommen 20 freiwillige Helfer, für Verwaltungsaufgaben wie Anamnese und das Unterschreiben der “Einverständniserklärung” erklären sich 40 Ehrenamtliche bereit, die von der Initiativgruppe organisiert werden.
Ausführlich erklärte Maria Kostoglou am Mittwoch den Mitgliedern der Initiativgruppe, den Schirmherren und Pressevertretern die Wichtigkeit sowohl von Blut- als auch von Geldspenden.
Bei der Typisierungsaktion werden den potenziellen zukünftigen Spendern etwa fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen und später in einer aufwendigen Laboruntersuchung auf Gewebemerkmale untersucht und in der Knochenmarkspenderdatei auf Dauer gespeichert. Damit wird nicht nur die Wahrscheinlichkeit erhöht, für Maja einen Stammzellenspender zu finden, dessen Merkmale mit denen des Kindes möglichst identisch sind, sondern für Betroffene auf der ganzen Welt.
Allerdings kostet jede einzelne Laboruntersuchung 50 Euro. Darum, das betonte die DKMS-Repräsentantin, sind Geldspenden genauso “lebenswichtig” wie die Bereitschaft zum Stammzellenspenden. Weil nicht jeder Blutspender dieses Geld selbst aufbringen kann oder will, appellieren die Schirmherren und alle Beteiligten der Altenstädter Initiativgruppe an Privatleute und Firmen, Organisationen und andere Gruppen, sich auf dem extra eingerichteten Spendenkonto für die Rettung Majas einzusetzen.
Info
Kontonummer des Spendenkontos: 490 064 05 bei der KSK Göppingen (BLZ 610 500 00). Info-Flyer mit Überweisungsträgern wurden von der Initiativgruppe an zahlreichen öffentlichen Stellen ausgelegt.








Hallo Holle,
hast Du prima gemacht – vielleicht melden sich ja auch ein paar junge, dynamische, gesunde und wahlkampferprobte Politiker zwischen 18 und 55 Jahren und ihre Helfer und Helfeshelfer…. das wäre was…so ein Wettstreit zwischen den Parteien und ihren Nachwuchskräften, um die Bedeutung sozialer Kriterien in die Tat umzusetzen: wer bringt am 11.07.2009 die meisten Spender und Spenden in die TVA-Halle…bin ich jetzt schon gespannt.
Liebe Grüße Eia
50 Cent von jedem Drink
Die Rockkneipe “Ohne Ende” in Geislingen stellt sich in den Dienst der guten Sache und unterstützt die Typisierungsaktion für die dreijährige Maja, die an Leukämie erkrankt ist und einen Stammzellspender benötigt. Deshalb spendet der Wirt “Keule” 50 Cent von jedem Getränk, das am Samstag verkauft wird, für Maja. höh
Spenden kann jeder – Auch Geld hilft bei der Typisierung weiter
Am Samstag, dem 11. August, findet in der TVA-Halle eine Typisierungsaktion für die an Leukämie erkrankte Maja statt. Die Dreijährige braucht dringend einen Stammzellspender (wir berichteten).
Bei einer Typisierungsaktion werden etwa fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Spenden dürfen gesunde Menschen zwischen 18 und 55 Jahren. Jede Typisierung und Registrierung eines potenziellen Stammzellspenders kostet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) 50 Euro. Viele Spender tragen diese Kosten ganz oder teilweise selbst, doch nicht jeder kann oder möchte diese Kosten übernehmen. Daher ist die gemeinnützige DKMS auch auf Geldspenden angewiesen.
Falls man für eine Stammzellspende infrage kommt, gibt es zwei Möglichkeiten der Entnahme: bei 80 Prozent der Fälle reicht die “periphere Stammzellentnahme”. Dabei wird dem Spender fünf Tage lang ein körpereigener Stoff verabreicht, der vom Körper, beispielsweise auch bei fieberhaften Infekten, produziert wird. Dieses Medikament stimuliert die Produktion der Stammzellen und bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Die Stammzellen können dann ohne großen Aufwand aus dem Blut gesammelt werden – ohne Operation wieder aus der Armvene. Große Vorteile dieser Methode sind die fehlende Narkose und die ambulante Durchführung, der Spender kann sich eventuell wie bei den Vorboten einer Grippe etwas schlapp fühlen während dieser Zeit.
Bei der Knochenmarkentnahme, die in etwa 20 Prozent der Fälle vonnöten ist (nicht zu verwechseln mit der aus Rückenmark!), wird dem freiwilligen Spender unter Vollnarkose etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch (entspricht etwa fünf Prozent des Gesamtvolumens) aus dem Beckenkamm entnommen. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb von zwei Wochen vollständig nach. Insgesamt verbleibt der Spender zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Das Risiko für den Knochenmarkspender beschränkt sich im Wesentlichen auf das übliche Narkoserisiko; nach der Entnahme kann für einige Tage lokaler Wundschmerz auftreten. Um mögliche Komplikationen auszuschließen, wird der Stammzellspender vorher immer eingehend untersucht.
cb – Geislinger Zeitung
Benefiz-Fußballturnier für Typisierungsaktion
Am Freitag von 17 bis 19 Uhr auf dem Sportgelände “Mittlerer Boden” in Altenstadt
Auf dem Sportgelände “Mittlerer Boden” steigt am Freitag ein Benefiz-Fußballturnier, mit dem Vereine und Firmen aus dem Raum Geislingen die Typisierungsaktion am Samstag in der TVA-Halle unterstützen.
Am Samstag findet in der Turnhalle des TV Altenstadt zwischen 12 und 18 Uhr eine Typisierungsaktion statt. Ursprünglich war sie für die dreijährige Maja Bergmann aus Geislingen angedacht, die an Leukämie erkrankt ist. Inzwischen hat das Mädchen einen Stammzellspender gefunden (siehe Bericht im Lokalteil). Andere Menschen hatten bislang nicht dieses Glück und deshalb geht die Typisierungsaktion für all diejenigen über die Bühne.
Zahlreiche Privatpersonen und Firmen unterstützen diese kostspielige Aktion. Nun stellen sich auch die Fußballer in den Dienst der guten Sache. Die Fußballjugend des SC Geislingen um ihren Leiter Marcus Heer hat unter dem Motto “Sportler helfen Maja” für Freitag ein Benefiz-Turnier der U 9-Junioren auf den Weg gebracht. Es findet auf dem Sportgelände “Mittlerer Boden” von TV Altenstadt und SV Glück Auf Altenstadt statt. Beide Vereine erklärten sich sofort dazu bereit, den Rasenplatz für das vereinsübergreifende Event zur Verfügung zu stellen. Alle Einnahmen des Jugendturniers, das um 17 Uhr beginnt und gegen etwa 19 Uhr endet, kommen der Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zugute.
Acht Mannschaften haben zugesagt, für das vergleichsweise hohe Startgeld von 40 Euro auf Torejagd zu gehen. Mit dabei sind die U 9-Junioren von SC Geislingen, SSV Ulm 1846, SSV Hausen, TSV Bad Überkingen, SV Amstetten, 1. Göppinger Sportverein, FC Uhingen und VfR Süßen. Alle Jungs erhalten Pokale, die die Dr. Schweizer GmbH stiftet. Für Essen und Getränke sorgen die Kaiser-Brauerei, die Bäckerei Winkler und die Metzgerei Reichart. Die F.A.N. Häusliche Krankenpflege und Digital Media legen einen kleinen Betrag in den Spendentopf. Die Schiedsrichter des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV) verzichten auf ihre Aufwandsentschädigung.
Zur Gruppe A gehören SC Geislingen, SSV Hausen, TSV Bad Überkingen und VfR Süßen. In Gruppe B treten SV Amstetten, FC Uhingen, SSV Ulm 1846 und 1. Göppinger SV gegeneinander an. Die Spielzeit beträgt jeweils zehn Minuten. Ins Halbfinale, das um 18.12 Uhr beginnt, ziehen die beiden Gruppensieger und die beiden Zweitplatzierten ein. Vor dem Endspiel stehen die Platzierungsspiele um die Plätze drei, fünf und sieben an.
Die Eröffnungsspiele lauten SC Geislingen gegen SSV Hausen und SV Amstetten gegen FC Uhingen.
FRANK HÖHMANN
Maja hat einen Spender
Trotzdem wird die Typisierungsaktion am Samstag stattfinden
Die gute Nachricht zuerst: Die dreijährige Maja Bergmann hat einen Stammzellspender gefunden. Die Aktion am Samstag wird aber trotzdem stattfinden.
Aufatmen in Geislingen – und natürlich in erster Linie bei Familie Bergmann: Für die dreijährige Tochter Maja, die an einer seltenen Leukämieart erkrankt ist (wir berichteten), wurde ein passender Stammzellspender gefunden, dessen Gewebemerkmale weitgehend mit denen des kleinen Mädchens übereinstimmen. Über diese gute Nachricht freuen sich nicht nur die Eltern Bettina und Michael und die fünfjährige Schwester Lara, sondern vor allem auch die Initiativgruppe um Irina Schmid, die sich während der letzten zwei Wochen so intensiv für “Maja und andere” ins Zeug gelegt hat. Und nicht zuletzt all die Menschen, die mit kreativen Ideen innerhalb kurzer Zeit Plakate gestaltet, Geld gesammelt, Veranstaltungen initiiert haben, um auf ihre Weise mitzuhelfen.
Das alles war nicht umsonst. Denn die Typisierungsaktion am kommenden Samstag, 11. Juli, von 12 bis 18 Uhr in der TVA-Halle wird trotzdem – oder eher gerade deswegen – durchgeführt. Denn dass Maja so viel Glück hatte, liegt an den Menschen, die sich bereits früher haben typisieren lassen. Je mehr Spender bei der “DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei” gespeichert werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, kranken Menschen eine Überlebenschance zu schenken.
Maria Kostoglou, die Vertreterin der DKMS, die gestern die gute Nachricht bestätigte, erzählt von einer ebenfalls zurzeit stattfindenden Typisierungsaktion in Asperg. Auch dort konnte der Betroffene, für den die Aktion ins Leben gerufen worden war, sich schon vor dem angesetzten Spendentermin über einen gefundenen Spender freuen. Zwischenzeitlich waren zwei weitere Kranke auf die DKMS zugekommen, die verzweifelt auf eine Typisierungsaktion hoffen. Die Spendenaktion “für Maja und andere” findet nun für andere statt. Jeder einzelne von diesen, die eventuell ihren Spender aus Geislingen finden, wird dafür dankbar sein so wie Maja für diejenige Person, der sie nun vielleicht ihr Leben verdankt.
Info
Während der Typisierungsaktion findet ein Kaffee- und Kuchenverkauf statt zugunsten Spendenkonto 490 064 05 bei der KSK Göppingen ( BLZ 610 500 00). Kuchenspenden bitte anmelden unter E-Mail: eiabinder@aol.com
cb – Geislinger Zeitung
Zu: Maja hat einen Spender; 8. 7. 2009
Gehen Sie für Maja und all die anderen!
Welch Felsbrocken muss den Eltern vom Herzen gefallen sein, wenn bei uns vom Organisationsteam die Freude schon so groß war, als wir vom passenden Spender erfuhren.
Durch unsere Arbeit in den letzten Wochen wurden wir von einer Welle an Hilfsbereitschaft, spontanen Hilfsprojekten, aber auch von dem grenzenlosen Mitgefühl der Geislinger und vieler anderer überrascht. Deshalb gebot es die Ehrlichkeit, den Menschen von dem gefundenen Spender zu berichten, zumal so vielen das Bild von dem tapferen kleinen Mädchen, dass einen gerade aus allen Winkeln und Ecken in Geislingen und Umgebung anlächelt, nicht mehr aus dem Kopf geht.
Leider müssen wir nun durch Reaktionen aus unserem näheren Umfeld erfahren, dass die Bereitschaft, sich typisieren zu lassen, rapide abgenommen hat, viele gar denken, es wäre nicht mehr nötig oder möglich. Deshalb finden wir, dass es ebenfalls ehrlich ist zu sagen, dass es keine 100-prozentige Gewissheit gibt, dass Maja die Spende annimmt. Es besteht leider die, wenn auch geringe, Möglichkeit, dass sie einen zweiten Spender braucht und es dann sehr schnell gehen muss. Klar ist, dass wir es kein zweites Mal schaffen werden, eine Typisierungsaktion zu starten.
Deshalb, geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß. Falls Sie vorhatten, am Samstag zur Typisierung zu gehen und jetzt schwanken, dann gehen Sie bitte hin.
Gehen Sie für Maja und all die tausend anderen Majas dieser Welt, die auf einen Spender warten. Und geben Sie dadurch der vielen Arbeit, die wir uns in den letzten Wochen gemacht haben, einen Sinn. Vielen Dank für Ihre Hilfe und Unterstützung in den letzten Wochen.
Wir freuen uns auf Samstag und wir freuen uns auf Sie!
Claudia Rühle; Organisationsteam “Hilfe für Maja”
“Jeder Einzelne zählt”
Organisatoren rufen eindringlich dazu auf, heute zur Typisierung zu gehen
Eine junge Frau in Heidenheim, zwei Erwachsene sowie eine Sechsjährige bei Asperg richten ihre Überlebenshoffnung auf die heutige Typisierung.
Geislingen “Ist es denn so schwer zu begreifen, dass es morgen vielleicht wir oder unsere Kinder sind, die dringend einen Spender benötigen?” Es ist Peter Maichle, einer der drei Schirmherren der Typisierung “für Maja und andere”, der auf die ihm eigene Weise deutlich sagt, was er denkt. Denn nachdem bekannt wurde, dass die dreijährige Maja aus Geislingen einen Stammzellspender gefunden hat, scheint das Interesse für die heutige Typisierungsaktion in der TVA-Halle (12 bis 18 Uhr) nachzulassen.
Dabei erreichte die GZ eine Mail aus Heidenheim, die auf das Schicksal der 20-jährigen Lenaig aufmerksam macht. Eine Typisierung dort hat bis jetzt noch nicht zum Erfolg geführt. Darum konzentriert die junge Frau nun ihre Überlebenshoffnungen auf die Spender in Geislingen.
Maria Kostoglou von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) weiß neben anderen konkreten Fällen von der Verzweiflung dreier Betroffener bei Asperg, darunter ein sechsjähriges Kind, die momentan ebenfalls von einem Tag zum nächsten auf die befreiende Nachricht warten, dass irgendwo ein passender Spender gefunden wurde. Sie betont: “Weder die Erkrankung, noch die Hilfe kennt geografische Grenzen. Jeder Einzelne zählt.”
Dankbar ist die Mitarbeiterin der DKMS für die eingegangenen Geldspenden, mit denen zahllose Geislinger die teuren Laboruntersuchungen für die Blutspender überhaupt erst möglich machen: 5969 Euro befinden sich bereits auf dem Spendenkonto der Kreissparkasse.
Neben einem Riesenaufgebot anHelfern, die die aktive Altenstädter Initiativgruppe für die heutige Aktion mobilisieren hat, setzen sich über 20 Freiwillige des Roten Kreuzes Geislingen bei der Großaktion ein. Deren Bereitschaftsleiter Raimund Matosic legt Wert auf die Feststellung, dass die DRKler weiterhin überzeugt hinter der Typisierung stehen. Und zwar, weil sie wüssten, dass nur durch Einsätze dieser Art die Chance steigt, für die vielen Leukämiekranken einen geiegneten Spender zu finden.
In einem Leserbrief hat das Organisationsteam bereits unmissverständlich an alle Leser der GEISLINGER ZEITUNG appelliert: “Gehen Sie zur Typisierungsaktion für Maja und all die tausend anderen Majas dieser Welt, die auf einen Spender warten.”
Info
Gesunde Menschen zwischen 18 und 55 Jahren können heute zwischen 12 und 18 Uhr in der TVA-Halle fünf Milliliter Blut spenden, das dann im Labor untersucht wird.
Spendenkonto: 490 064 05 bei der Kreissparkasse Göppingen, BLZ 610 500 00.
CLAUDIA BURST, GZ
Schallmauer durchbrochen
Phänomenale Hilfsbereitschaft: 1008 Spender kommen zur Typisierung
Über 1000 Blutspender und rund 15 000 Euro Gesamterlös kamen bei der Typisierungsaktion für “Maja und andere” am Samstag in Altenstadt zusammen. Die erhoffte Schallgrenze wurde erreicht.
“Es ist schön, dass sich die Geislinger so füreinander einsetzen” – “Organisiert vom Feinsten” – “Der Zusammenhalt in der Bevölkerung ist phänomenal” – “Ein tolles Miteinander”: Durch die Bank positiv fielen die Reaktionen aus, die sich auf die große Typisierungsaktion für “Maja und andere” in der Halle des Turnvereins Altenstadt bezogen. Trotz der guten Nachricht vor wenigen Tagen, dass für die dreijährige Maja Bergmann aus Geislingen, wegen deren Leukämieerkrankung die Aktion ins Leben gerufen worden war, ein Spender gefunden ist, nahmen sich am Samstag zwischen 12 und 18 Uhr 1008 Menschen die Zeit, um sich Blut abnehmen zu lassen.
Mit diesem Engagement hoffen sie, irgendeinem der vielen Kranken, deren Leben von einem möglichst identischen Stammzellspender abhängt, vielleicht einmal helfen zu können. Ob dies die 20-jährige Lenaig aus Heidenheim ist, das sechsjährige Kind bei Asperg oder ein Mensch, von dem man es heute noch nicht weiß: Jeder Spender trug seinen Teil dazu bei, dass die Überlebens-Chance für Leukämie- und andere Patienten steigt.
Unter den Spendern – gleich zu Beginn stürmten 150 auf einmal die Halle – war auch die Fußballmannschaft des neu gegründeten FC Amstetten. Deren Zweiter Vorsitzender Ümit Aktas weiß, was es heißt, verzweifelt auf die gute Nachricht eines geeigneten Spenders zu warten. Seine Schwester hat ebenfalls erst dieser Tage einen Spender gefunden. Deshalb mobilisierte er seine Fußballkameraden, die sich nicht lange bitten ließen. Das Amstetter Team rückte sogar im extra angefertigten Maja-Dress an, den sie dem kleinen Mädchen und deren Familie persönlich überreichten.
Insgesamt sei der Anteil der Spender ausländischer Herkunft auffallend hoch gewesen, stellte Maria Kostoglou von der “DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei” überrascht fest. Sie freute sich über den gesamten Verlauf der Aktion: Die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen des Geislinger Roten Kreuzes und Kollegen aus der Helfenstein Klinik “verlief einfach prima”.
Beeindruckt zeigte sich Kostoglou von den derart vielen Helfern, die die Altenstädter Initiativgruppe organisiert hatte. Durch sie war es möglich, auch in Phasen großen Andrangs die Spender ohne Wartezeit durch die “Datenerfassung”, “Zwischenkontrolle”, “Blutabnahme” und “Endkontrolle” zu schleusen. Nach gerade mal fünf Minuten kamen die Blutspender – einen Wattebausch in die Armbeuge gedrückt – mit glücklichem Gesicht wieder draußen an.
Jeder wurde mit einem herzlichen “Dankeschön” von Schirmherr Peter Maichle bedacht, der den ganzen Tag vor Ort war. Die beiden weiteren Schirmherren, Oberbürgermeister Wolfgang Amann und Dekanin Gerlinde Hühn, hatten schon zu Anfang der Veranstaltung die Anwesenden begrüßt. Amann ließ sich auch selbst typisieren. Das tun in der kommenden Woche auch noch die Ärzte der Helfenstein Klinik. Chefarzt Dr. Andreas Schuler ergriff dort die Initiative, um mit gutem Beispiel voranzugehen.
Das allerdings entgeht den Ärzten dann: Die Spender am Samstag konnten sich unter den Linden bei Kaffee und Kuchen entspannen. Reinhard “Eia” Binder mit seiner Crew hatte ein Büfett mit über 50 gespendeten Kuchen und Torten organisiert. Die waren als Gratis-Dankeschön gedacht – mit Hinweis auf die wartenden Sparschweinchen.
Info
Für die Typisierungsaktion wurden rund 15 000 Euro gespendet – eine Typisierung kostet rund 50 Euro. Ausgewertet werden auf jeden Fall alle Blutspenden. DKMS-Spendenkonto: 490 064 05 KSK Göppingen, BLZ 610 500 00.
CLAUDIA BURST, GZ
1630 Euro durch Benefizturnier
U-9-Junioren des 1. Göppinger SV siegen bei “Sportler helfen Maja”
Die U-9-Junioren des 1. Göppinger Sportvereins haben das Benefizturnier “Sportler helfen Maja” gewonnen. Für das Typisierungs-Spendenkonto erbrachten die zwei Stunden Fußball am Freitag 1630 Euro.
Das runde Leder verbindet – über den Fußball hinaus. Das zeigte sich am Freitag beim zweistündigen Benefizturnier “Sportler helfen Maja” in Altenstadt. Die Fußballjugend des SC Geislingen hatte die Organisation übernommen, TV und SV Altenstadt hatten das Sportgelände gestellt und viele Firmen sich eingebracht. Der Sieger des U-9-Junioren-Turniers hieß 1. Göppinger Sportverein. Der sportliche Wettkampf rückte aber in den Hintergrund. Die “große Siegerin”, betont SC-Jugendleiter Marcus Heer, “war die dreijährige Maja.” Für die Typisierung, die am Samstag in der TVA-Halle stattfand, und speziell die sehr aufwendigen Laboruntersuchungen, kamen durch das vereinsübergreifende Engagement 1630 Euro zusammen. SC-Jugendleiter Marcus Heer übergab den Scheck am Samstag in der TVA-Halle. “Es ist schön, dass so viele Menschen bereit waren und hoffentlich noch weiterhin sind, so unbürokratisch und sofort zu helfen”, betont er. “Das Wetter spielte mit, sodass alle Sportler, Helfer, Eltern und die vielen Besucher ein tolles Event erleben durften.”
Acht Mannschaften (1. Göppinger Sportverein, VfR Süßen, SC Geislingen, SSV Ulm 1846, SSV Hausen, FC Uhingen, TSV Bad Überkingen und SV Amstetten) nahmen an dem Turnier teil und stockten das Startgeld spontan um das Doppelte auf. Der neue U23-Trainer des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim, Ex-SC-Coach Markus Gisdol aus Bad Überkingen, hatte ein Trikot besorgt, auf dem die Unterschriften aller Spieler des aktuellen Kaders verewigt waren. Das Trikot wurde für 422,88 Euro versteigert. Der FC Uhingen schenkte Maja ein Trikot, der SC Geislingen überließ der “wahren Siegerin des Turniers” (Heer) als Andenken seinen Pokal. Maja kam – mit Mundschutz geschützt – mit ihren Eltern und ihrer Schwester extra aus der Göppinger Klinik am Eichert, um sich bei allen Helfern zu bedanken.
Turniersieger 1. Göppinger SV qualifizierte sich trotz einer Niederlage im Vorrundenspiel gegen den SSV Ulm 1846 (0:2) als Gruppenzweiter fürs Halbfinale und setzte sich dort mit 4:2 nach Elfmeterschießen gegen den SC Geislingen durch. Im zweiten Halbfinale behauptete sich der VfR Süßen überraschend gegen den SSV Ulm (1:0). Im zehnminütigen Endspiel ließen die Göppinger gegen Süßen nichts anbrennen und siegten 2:0. Platz drei holte sich der SC, der den SSV Ulm mit 4:2 im Elfmeterschießen bezwang.
FRANK HÖHMANN, GZ
AUFGEFANGEN
1630 Euro gesammelt
Die U 9-Fußballjunioren des Göppinger Sportvereins haben das vom SC Geislingen organisierte Benefizturnier “Sportler helfen Maja” mit acht Mannschaften in Altenstadt gewonnen. Für das Typisierungs-Spendenkonto des dreijährigen Mädchens erbrachten die zwei Stunden Fußball 1630 Euro.
GZ
Zu: Schallmauer durchbrochen; 13. 7. 2009
Überwältigt vom Engagement und Mitgefühl
Offenbar haben die Menschen doch noch den Sinn dieser Typisierungsaktion verstanden und begriffen, dass es immer noch genügend andere Menschen gibt, für die eine Stammzelltransplantation die letzte Hoffnung bedeutet und die noch keinen Spender gefunden haben. Im Vorfeld hatte man doch gebangt, ob die Resonanz noch groß genug ist, weil man durch verschiedene Äußerungen verunsichert wurde, nachdem Maja im Vorfeld einen passenden Spender gefunden hatte. Letztlich sollte man aber auch erwähnen, dass manche Patienten unter gewissen Umständen auch mehrfach transplantiert werden müssen.
Wir sind überwältigt von dem Engagement und dem Mitgefühl aller. Deswegen möchten wir allen, die zu dem Gelingen dieser Aktion beigetragen haben, herzlich danken. Allen voran natürlich dem Organisationsteam, den Schirmherren, aber auch jedem einzelnen Spender, den Sponsoren, den vielen Helfern, dem DRK, den Kuchenbäckern und auch denen, die durch ihre Geldspenden und Aktionen die Typisierung unterstützt haben. Sollte jemand vergessen worden sein, bitten wir um Nachsicht.
Es ist die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit, die uns auf unserem schweren Weg begleitet und uns stärkt. Die Wichtigkeit einer Typisierung, aber auch die des Blutspendens, wird einem erst bewusst, wenn man selbst in seinem Umfeld von so etwas betroffen ist. Dass dies von heute auf morgen gehen kann, mussten wir am eigenen Leib erfahren. Jetzt hoffen wir darauf, dass die Stammzelltransplantation das erhoffte Ergebnis bringt.
Hier noch ein Hinweis für die Menschen, die Angst vor dem Blutabnehmen haben und deswegen nicht zur Typisierung kamen – wie manche aus dem Bekanntenkreis oder sogar Schwestern aus dem Krankenhaus: Es kann auch ein Set bei der DKMS bestellt werden, mit dem die Merkmale per Wangenabstrich bestimmt werden können. Letztlich zählt vor allem, dass hier Menschenleben gerettet werden können.
Michael und Bettina Bergmann, Geislingen (Majas Eltern)
Gospels und Pop für die kranke Maja
Zur Unterstützung der momentan laufenden Hilfsaktion für die schwer erkrankte Maja haben die Chormitglieder aus zwei Gospelchören spontan ein Benefiz-Konzert für kommenden Sonntag in der Geislinger Martinskirche arrangiert.
Unter der Leitung von Angela Sieg wird im ersten Teil der Wiesensteiger Gospelchor “Ama(z)sing” auftreten. Kurz nach ihrem erfolgreichen Jubiläumskonzert Ende Juni sind die Sänger hoch motiviert, an der Spendenaktion mitzuwirken.
Dies trifft genauso auf den Geislinger Gospelchor “No Distance” zu, der den zweiten Teil des Konzerts bestreiten wird. Voll in den Vorbereitungen für ihr Jubiläumskonzert vor Weihnachten (die GZ berichtete über die momentan laufende Abstimmung zur Liedauswahl) sind bereits viele neue Stücke aufführungsreif. Der Abend verspricht demnach Gospel und Pop satt. Wie gewohnt, wird ein breites und mitreißendes Repertoire in englischer und deutscher Sprache zur Aufführung kommen.
Die gemeinsame Chorleiterin Angela Sieg plant darüber hinaus noch einen Überraschungsauftritt. Die am Abend eingenommenen Spenden gehen voll zugunsten des eingerichteten Spendenkontos für die kleine Maja.
Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
GZ
Spendenkonto steigt auf über 18 000 Euro
Der aktuelle Stand auf dem Geislinger Spenden-Sonderkonto, das für die Typisierungsaktion für “Maja und andere” eingerichtet wurde, beträgt 18 072 Euro. Das teilt die “DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei” mit. Nach wie vor sind Spenden erwünscht auf das Konto 490 064 05 bei der Kreissparkasse Göppingen (BLZ 610 500 00). Mit dem Geld werden die kostenaufwendigen Laboruntersuchungen der gespendeten Blutproben finanziert. Allein für die Typisierung des in Geislingen gespendeten Blutes kommen auf die DKMS Kosten von über 50 000 Euro zu. Die DKMS weist jedoch darauf hin, dass unabhängig von den eingehenden Geldspenden auf jeden Fall sämtliche 1008 Geislinger Blutspenden typisiert und gespeichert werden.
cb
KOMMENTAR · TYPISIERUNGSAKTION: Wunderschöne neue Welt
So könnte sie doch aussehen, die wunderschöne neue Welt: Menschen, die sich füreinander einsetzen. Menschen, die die Sorgen anderer zu ihren eigenen machen und sich engagieren, um zu helfen. Die nicht nur Zeit und Geld spenden, sondern sogar bereit sind, für einen kranken Menschen ins Krankenhaus zu gehen, wenn es darauf ankommt. Die Bibel nennt dieses Verhalten Nächstenliebe.
Genau das war es, was die Typisierungsaktion am vergangenen Samstag in Geislingen zu einer außergewöhnlichen, einer besonderen Veranstaltung gemacht hat. 1008 Blutspender und zahlreiche Geldspender haben gezeigt, dass es Solidarität unter Bürgern gibt. Viel Solidarität. Dass die Geislinger zusammenwachsen, wenn es darauf ankommt. Dass auf sie Verlass ist, wenn sie gebraucht werden.
Es war das Gesicht eines kleinen, tapferen kranken Mädchens, das so viele Emotionen und Mitgefühl wachrief. Es war eine Frau aus Sankt Petersburg, seit zehn Jahren in Geislingen, die die Initiative ergriff und mit ihrer Tatkraft eine Lawine der Hilfsbereitschaft ins Rollen brachte. Und es waren Mütter und Väter, Rentner und junge Leute, Deutsche und Ausländer, die sich anrühren ließen und dieser Veranstaltung der Nächstenliebe zum Erfolg verhalfen.
Dass bei solchen Aktionen viel vom Gefühl abhängt, ist normal. Daher schien auch der Druck zur Mithilfe nachzulassen, als bekannt wurde, dass für Maja ein Spender gefunden ist. Aber was, wenn Majas Spender im Vorfeld auch so gedacht hätte?
“Es gibt tausende Majas”, schrieb die Initiativgruppe um Irina Schmid in einem Brief. Damit hat sie recht. Bei der Typisierungsaktion in der TVA-Halle meldete sich eine Mutter, die gerade von der Leukämieerkrankung ihres Kindes erfahren hatte – aber selbst nicht spenden durfte. In Heidenheim wartet eine 20-jährige Frau auf einen Lebensretter.
Die Mitarbeiter der DKMS hören täglich von Menschen, die auf einen Spender hoffen. In ihrer Datenbank gibt es beinahe zwei Millionen potenzielle Stammzellspender. Und trotzdem sind die Betroffenen immer noch darauf angewiesen, dass weitere Menschen ihre Blutmerkmale feststellen, sich also typisieren lassen. Wenn es nicht Maja ist, dann Lenaig oder Martin, Helene oder Maria.
Die Geislinger haben sich aufgerafft und gezeigt, dass sie begriffen haben: Jemand braucht Hilfe, unsere Hilfe. 1008 Spender sprechen für sich. Ob ein Lebensretter darunter ist, wird die Zukunft zeigen. Dass es eine Gemeinschaft war, zeigte der vergangene Samstag.
Claudia Burst, GZ
“Das waren drei Wochen purer Wahnsinn”
Irina Schmid freut sich noch immer über das Gemeinschaftsgefühl nach Typisierungsaktion
Mit 1008 Blut- und vielen Geldspenden war die Typisierungsaktion “für Maja und andere” ein großer Erfolg. Den Stein ins Rollen brachte eine Russin.
“Ich bin dankbar in einer Stadt zu leben, die in der Not so zusammenhält.” Das sagt Irina Schmid, die Initiatorin der erfolgreichen Typisierungsaktion “für Maja und andere”. Die 43-Jährige aus Sankt Petersburg, die in Kasachstan aufgewachsen ist und dort “Industriebau” studierte, lebt erst seit zwölf Jahren in Geislingen. Drei Jahre zuvor hatte sie ihren Mann Werner kennengelernt, den sie 1997 schließlich heiratete.
Obwohl Irina Schmid offen und sehr kontaktfreudig ist, war der Anfang im Schwabenland für sie nicht einfach. In erster Linie lag es an den Sprachschwierigkeiten, die sie jedoch relativ schnell in den Griff bekam. Aber auch Mentalitätsunterschiede machten der Russin zu schaffen. Das wurde erst nach der Geburt der beiden Kinder Paula und Maxim langsam besser.
Umso mehr war die Altenstädterin positiv überrascht – und ist immer noch begeistert und vor allem dankbar – von der Mitarbeit, der Resonanz und dem Gemeinschaftsgefühl, das sich im Vorfeld und während der Typisierungsaktion in Geislingen und Umgebung entwickelt hat.
“Eigentlich hab ich selbst gar nicht so viel getan”, schränkt sie ihren Anteil am Erfolg der Aktion, an der 1008 Blut- und viele Geldspender mitgewirkt haben, bescheiden ein. Aber sie war diejenige, die den Stein ins Rollen brachte.
Als Irina Schmid beim Abholen ihres Sohnes vom Jugendheim-Kindergarten Bettina Bergmann und deren von der Leukämie gezeichneten kleinen Tochter Maja begegnete, war die erste Reaktion “Gibt es eine Möglichkeit, wie ich Ihnen helfen kann?”
“Wir suchen einen Spender für Maja”, lautete die Antwort. Irina Schmid fand im Internet schnell heraus, dass “eine einzige Spende der berühmten Nadel im Heuhaufen ähnelt”. Daraufhin mailte sie an die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei um anzufragen, auf welche Art wirkungsvolle Hilfe möglich sei. Und von “da an ging alles fast wie von allein”, lächelt die aktive Frau.
Gemeinsam mit Pfarrer Christoph Wiborg, Pfarrerin Ulrike Knapp, Bianca Uhlmann, Uschi Wranik und Claudia Rühle in einer Initiativgruppe fanden Gespräche mit der DKMS-Vertreterin in Geislingen statt. Die einzelnen Mitglieder kümmerten sich um Pressearbeit, Halle, Spendenkonto, Schirmherren, Verteilen der Info-Flyer, freiwillige Helfer für die Typisierungaktion und so weiter.
Es klinkten sich weitere Mütter ein, Erzieherinnen, Vereine, Bäcker, Institutionen, Schulen. “Ich musste nie betteln, jeder hatte eigene Ideen und engagierte sich auf unterschiedliche Weise”, schildert Irina Schmid “Das war drei Wochen lang der pure Wahnsinn – aber klasse.”
Claudia Burst, GZ
Zuversichtlich in die Zukunft
Die kleine Maja hat jetzt ihre Stammzelltransplantation hinter sich
Ihre blauen Augen strahlen, die Energie hat sie auch (fast) wieder zurück: Maja ist nach der Stammzelltransplantation in Tübingen wieder zurück zu Hause. Es geht ihr den Umständen entsprechend richtig gut.
Seit wenigen Tagen ist die dreijährige Maja von der Uniklinik Tübingen wieder zu Hause. Am 23. Juli wurden dem kleinen Mädchen aus Geislingen, an dessen Leukämie-Schicksal die ganze Region Anteil nahm, die Stammzellen einer 29-jährigen Spenderin aus Dresden übertragen. Wie es aussieht, hat Maja die Tortur gut überstanden: Ihre blauen Augen blitzen wieder unternehmungslustig in dem durch die Chemotherapie braunen Gesichtchen, sie lacht spitzbübisch und präsentiert voller Stolz ihre Spongebob-Spiele und Spongebob-Stofffiguren, die sie im Krankenhaus geschenkt bekommen hat.
Zum Fotografieren will das Energiebündel wieder zum Schaukeln, die ersten Bilder haben ihr gefallen, sagt sie. Sie zieht ihr rosa Tüchlein über den blanken Kopf zum Schutz vor der Sonne, kokettiert im Röckchen und rutscht draußen im Garten von der Rutschbahn, schaukelt oder fährt mit dem Laufrad. “Sie ist noch nicht wieder so ausdauernd wie vorher, aber ansonsten fit”, erzählt ihre Mutter, die glücklich ist über den augenblicklichen Zustand.
Es ist Maja fast nichts anzumerken von den fünf Wochen, die sie großteils in der Isolierstation, verbunden mit Kontrollgeräten und Infusionen, tapfer überstanden hat. Dabei war es nicht einfach: Am Dienstag nach der großen Typisierungsaktion in der TVA-Halle Anfang Juli wurde die Dreijährige in Tübingen eingeliefert und bekam über neun Tage eine hoch dosierte Chemotherapie verabreicht, die ihr eigenes Knochenmark komplett zerstörte. In dieser Zeit durften außer Ärzten und Schwestern nur ihre Eltern im Schutzkittel in ihr Zimmer, entweder Mama oder Papa waren die ganze Zeit bei ihr. Nachts schliefen sie auf einem Klappbett, das neben Majas Bett aufgebaut war.
Die Nebenwirkungen der Chemo, die häufig sind und mit denen die Bergmanns gerechnet hatten, plagten das Mädchen mehrere Tage gewaltig. Sie konnte nicht schlucken, weil die Schleimhaut ausgetrocknet und entzündet war, spuckte Blut und konnte wegen offener Stellen im Mund weder essen noch trinken. Das Transplantat zeigt bis jetzt keine Antireaktion gegen sie selbst, was anscheinend eine relativ häufig vorkommende Reaktion ist.
Zweimal pro Woche müssen die Bergmanns mit ihrer kleinen Tochter in die Klinik, dort werden Blutbild und Gesamtzustand kontrolliert. Der “Tag 100″ ist eine der nächsten Zeitgrenzen, die in etwa anvisiert werden, das heißt, der 100. Tag ab der Stammzelltransplantation. Wenn bis dahin alles so gut bleibt wie es im Moment aussieht, werden die Medikamente, die bis jetzt immer noch Majas Immunabwehr unterdrücken, langsam reduziert und irgendwann danach darf sie auch wieder in den Kindergarten. Dann kommt auch der Katheter weg, dessen Schläuche das Mädchen in einem – natürlich rosaroten – Beutelchen um den Hals trägt und ungeniert präsentiert.
Wenn man Maja fragt, was im Krankenhaus “blöd” war, fällt ihr gar nichts ein. Aber “schön war es, so viel mit Mama und Papa oder mit der Erzieherin Conny im Krankenhaus zu spielen.” Auch Schwester Lara durfte sie besuchen, als die Familie in einer Wohnung für Angehörige gemeinsam Zeit verbrachte, um näher bei der Tochter zu sein.
Im Januar verbringen alle vier eine vierwöchige “Reha” im Schwarzwald, “wenn dann noch weiterhin alles gut ist.” Denn das ist das Gemeine an dieser heimtückischen Krankheit, man weiß lange nicht, ob alles überstanden ist.
Aber Bettina Bergmann blickt zuversichtlich in die Zukunft. Sie hat die Hoffnung, dass jetzt alles gut ist.
Info
Es ist nach wie vor möglich, auf das Konto der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) für “Maja und andere” zu spenden. Bisher sind erst knapp die Hälfte der Kosten der Typisierungsaktion abgedeckt, der aktuelle Kontostand beträgt 22 540,45 Euro. Die Kontonummer lautet 490 064 05, die Bankleitzahl ist 610 500 00 (Kreissparkasse Göppingen).
Claudia Burst, GZ