
83,72 Prozent für "Sonstige"? Das von Piraten eindrucksvoll übernommene Wahlbarometer von Xing.
Erst StudiVZ, jetzt Xing: Social Networks bekommen mehr als deutlich zu spüren, dass sie sich nicht mit der Piratenpartei anlegen sollten. Was war passiert? Beide Netzwerke hatten sich dazu entschlossen, das oftmals sensible Thema Politik im Wahljahr ganz offensiv anzugehen – und sich dabei nur auf die „großen Parteien“ zu beschränken, zum Beispiel „die im Bundestag vertretenen Parteien“. Das macht man ganz gern, um sich keinen Stress mit radikalen Splittergrupen einzufangen. Durch den Wechsel des Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss von der SPD zu den Piraten ist die Piratenpartei allerdings bereits im Bundestag vertreten. Entsprechend forderten ihre Anhänger eine Gleichbehandlung ein.
Xing versuchte zunächst einen weiteren Kniff, um sich auf die etablierten Parteien beschränken zu können: Nur „Parteien in Fraktionsstärke“ sollten es sein. Netter Versuch, aber nutzlos. Ebenso wie schon StudiVZ gab sich Xing letztlich dem aufbrandenden Protest geschlagen. Die Rückzugsgefechte bis dahin kann man hier sehr schön nachlesen.
„Vielen Dank für Ihre zahlreiche Meinungen und Ihre kritischen Anmerkungen“, heißt es jetzt in einem Update im Xing-Blog und man hört beinahe im Hintergrund die Zähne knirschen. Man habe „zahlreiches Feedback“ erlebt, schreibt darin Silke Schippmann von Xing. Das ist recht bescheiden ausgedrückt, denn dieses Feedback mündete unter anderem in 179 Kommentaren unter dem Blogeintrag und in einem grandiosen Wahlsieg der „Sonstigen“ im Xing-Wahlbarometer (siehe Screenshot oben von Hugo E. Martin).
Als Web-2.0-Unternehmen nehme man das Feedback ernst und höre auf die User, schreibt Silke Schippmann weiter. Deshalb unterbreite man der Piratenpartei „gerne dasselbe Angebot wie den anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Die Möglichkeit einer Gruppe auf XING steht ihnen damit offen.“
Da kann man nur sagen: Don’t mess with Pirates!
via t3n
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