So – 1:1 ist es nun dann ausgegangen. Spannend war’s und über die Schirientscheidungen kann man noch wochenlang diskutieren.
Nichts desto trotz: Wir werden wieder kommen !!!
So – 1:1 ist es nun dann ausgegangen. Spannend war’s und über die Schirientscheidungen kann man noch wochenlang diskutieren.
Nichts desto trotz: Wir werden wieder kommen !!!
Ohne Nationalstürmer Lukas Podolski muss Fußball-Bundesligist 1. FC Köln an diesem Samstag zur Saison-Auftaktpartie bei Borussia Dortmund antreten. Der Einsatz des 10-Millionen-Euro-Rückkehrers von Bayern München kommt wegen einer Oberschenkelverletzung nicht infrage. „Lukas merkt seinen Oberschenkel. Die Gefahr ist zu groß, dass es schlimmer wird“, sagte Kölns Co-Trainer Michael Henke am Freitagnachmittag.
Wenn das mal keine gute Nachricht ist…
Zum achten Mal in Folge verzeichnet der deutsche Profifußball eine Zuschauersteigerung. In der abgelaufenen Spielzeit besuchten 17.580.821 Fans die Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga – so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Lizenzfußballs. Alleine die Spiele der Bundesliga sahen im Durchschnitt fast 42.000 Besucher. Die meisten kamen zum BVB: Im Schnitt 74.830 Besucher verfolgten die 17 Heimspiele.
“Wir sind stolz, dass der deutsche Profifußball weltweit erneut die meisten Zuschauer anzieht”, erklärt DFL-Geschäftsführer Christian Müller. “Eine ausgeglichene und spannende Bundesliga mit modernen und sicheren Stadien und den niedrigsten Eintrittspreisen aller europäischen Top-Ligen sind der Schlüssel zum Erfolg und begeistert die Fans.”
In der Bundesliga wurde erstmals die Marke von 40.000 Zuschauern pro Spiel überschritten. Im Durchschnitt kamen zu jeder der 306 Partien 41.904 Fans (Vorjahr 38.975) – das entspricht einer Steigerung von 7,5% gegenüber der Vorsaison. Insgesamt verfolgten 12.822.484 Zuschauer (Vorjahr 11.926.395) die Partien in den Stadien. 55% aller abgesetzten Tickets waren Dauerkarten. Der durchschnittliche Preis pro Eintrittskarte inklusive aller Abgaben betrug 20,79 Euro und war damit im europäischen Vergleich der Top-Ligen am niedrigsten. Die Stadionauslastung lag bei rund 90%.
Der Run auf die Dauerkarten ist in diesem Jahr sogar noch etwas größer als vor einem Jahr, als Borussia Dortmund lediglich aufgrund einer “freiwilligen Selbstbeschränkung” auf der Südtribüne, wo 1.000 Tageskarten pro Spiel zurückgehalten worden waren, die gigantische Schallmauer von 50.000 Jahreskarten nur knapp verfehlte. Auch im Sponsoring liegt der BVB voll auf Kurs, bestätigte Hans-Joachim Watzke im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.
Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender Geschäftsführung, über den bisherigen Verlauf des Dauerkartenverkaufs:
“Genaue Prognosen wage ich nicht, aber ich bin mir sicher, dass es nicht weniger werden. Die Nachfrage in den ersten beiden Wochen war immens. Stand heute ist der Verkauf sogar besser als 2008. Man muss sich das mal vorstellen: Es stehen allein schon 4.500 Leute auf der Warteliste.”
… über die neue Preisstruktur auf den Unterrängen:
“Ich kann jeden verstehen, der sich ärgert, dass er diesmal mehr Geld bezahlen muss. Wenn man sich sachlich mit dem Thema auseinandersetzt, erkennt man aber, dass wir jetzt ein Preisniveau haben, das sich im Mittelfeld der Liga bewegt. Das ist akzeptabel. Wir bieten unseren Fans schließlich auch 27.500 Stehplätze an, der VfB Stuttgart zum Beispiel nur 4000. Der Durchschnitts-Kartenpreis ist in anderen Stadien gravierend höher. Außerdem: Irgendwo müssen wir das Geld einnehmen, um eine konkurrenzfähige Mannschaft zu haben.”
… über die Vermarktung der VIP-Bereiche:
“Meine anfänglichen Befürchtungen haben sich Gott sei Dank in der Form nicht bestätigt. Wir laufen im Hospitality-Bereich wieder in Richtung “ausverkauft”. Und das ist eine sehr konservative Einschätzung. Im Sponsoring werden wir unsere Planungen Stand heute sogar übertreffen. Aufgrund der großartigen sportlichen Leistung der Mannschaft gibt es ein vermehrtes Interesse. Ich bin sogar überzeugt, dass wir in den nächsten Tagen mindestens noch einen neuen Champion Partner vorstellen werden.”
Fünf- bis sechstausend Fans unterstützen den BVB am Samstag im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Die Hoffnung auf den ersten Sieg im Jahr 2009 begleitet die schwarzgelbe Karawane auf ihrem Weg nach Schwaben. Nach Bremen im Pokal sowie Leverkusen, München, Schalke und Hoffenheim ist Stuttgart bereits der sechste Hochkaräter, mit dem sich die Mannschaft von Jürgen Klopp messen muss.
“Der VfB ist gemeinsam mit Wolfsburg die Mannschaft der Stunde”, skizziert der BVB-Trainer die “schwere, aber nicht unlösbare” Aufgabe. Seitdem Markus Babbel das Kommando am Neckar übernommen hat, holte Stuttgart 18 von 24möglichen Punkten und ist unter der Leitung des ehemaligen Nationalspielers in acht Ligaspielen noch ungeschlagen. Klopp spricht von einer “körperlich starken” Mannschaft, die “richtig gut kicken” kann.
Mit einem Sieg könnte der Tabellenneunte Borussia Dortmund nach Punkten mit dem Sechsten aus Stuttgart gleich ziehen und den Blick durchaus wieder nach oben richten. Denn nach Stuttgart misst sich der BVB in der Rückrunde nur noch mit drei Klubs, die vor ihm positioniert sind (Berlin, Hamburg, Wolfsburg). Klopp: “Wir sind darauf aus, drei Punkte mitzunehmen. Allerdings müssen wir uns komplett verausgaben, wenn wir dort eine Siegchance haben wollen.”
Um diese Vorgabe umzusetzen, gilt es für die Mannschaft, an das Gezeigte beim letzten Heimspiel gegen Hoffenheim anzuknüpfen. Lauf- und zweikampfstark hatte sich seine Elf in dieser Partie präsentiert und das bestätigt, was in vielen Spielen der Hinrunde über weite Strecken, zuletzt in München, in Schalke oder gegen Leverkusen zumindest für eine Halbzeit sichtbar war. “Das ist die Messlatte, über die wir jede Woche springen müssen”, verdeutlicht der Cheftrainer: “Diese gute Leistung wollen wir wiederholen, es idealerweise sogar noch besser machen.” Und dann fügte er schmunzelnd hinzu: “Ich bin naiv genug, daran zu glauben.”
Enttäuscht ihn seine Mannschaft nicht, hat die große schwarzgelbe Fangemeinde am Samstag im Gottlieb-Daimler-Stadion gute Chancen, dort den erst Sieg im Jahre 2009 gebührend zu feiern.
Boris Rupert
Borussia Dortmund hat den zweiten Freiluft-Test des Jahres 2009 erfolgreich bestritten: Fünf Tage nach der 1:2-Niederlage gegen den SC Freiburg gewann der BVB das zweite Vorbereitungsspiel im spanischen Marbella gegen den VfL Osnabrück mit 3:0 (2:0). Sahin, Owomoyela und Kullmann erzielten die Tore für den BVB, bei dem Kevin-Prince Boateng sein Debüt gab.
Sieger im Kopfballduell mit Dominic Peitz: Kevin-Prince Boateng.”Ich bin glücklich, dass wir nur 0:3 verloren haben”, sagte Osnabrücks Trainer “Pele” Wollitz nach weitgehend einseitigem Spielverlauf mit zahlreichen Chancen auf Dortmunder Seite. “Das war die wichtigste Einheit während unseres Trainingslagers hier in Marbella und ein wichtiger Schritt nach vorn”, bilanzierte Jürgen Klopp, der wichtige Erkenntnisse gewann.
Gegenüber der Partie gegen Freiburg durfte er zahlreiche Fortschritte registrieren, sowohl in der Defensive als auch im Spiel nach vorn. Zur Einstimmung hatte Klopp seiner Elf per Video die Gegentore vom letzten Samstag “serviert” – nun sah er “hinten eine klare Verbesserung”. Abgesehen von einem Freistoß, der die Torlatte touchierte, ließ die Mannschaft kaum Chancen zu.
Durch das Mitwirken von Tinga und Boateng erhielt das Mittelfeld deutlich mehr Präsenz. Boateng begann halbrechts in der Raute, Tinga übernahm die zentral-defensive Position, und Sahin glänzte diesmal als echter Spielgestalter hinter den Spitzen. Der junge Türke war immer anspielbar und erzielte nach einem feinen Pass in die Tiefe von Boateng auch das 1:0. Einziger Wermutstropfen: Sahin musste Und nochmals Borussias Neuer, hier im Zweikampf mit Paul Thomik.nach 41 Minuten nach einem Schlag gegen das Sprunggelenk sowie Wadenbeschwerden verletzt runter. Borussia spielte bis zur Pause mit neun Feldspielern weiter. Sahin soll allerdings nur wenige Tage pausieren müssen.
Boateng, auf den natürlich alle Augen gerichtet waren, feierte einen gelungenen Einstand im Trikot von Borussia Dortmund. “Er hat gebissen, war voll motiviert und körperlich in einer top Verfassung”, freute sich Klopp. Allein die Lockerheit fehlte noch ein bisschen. Verständlich.
Gegen den Tabellen-Vierzehnten der zweiten Fußball-Bundesliga benötigte der BVB eine viertelstündige Anlaufphase, verzeichnete durch den auffälligen Zidan den ersten Torschuss und ging nach gut 20 Minuten wie erwähnt durch Sahin in Führung. Kurz vor der Pause erhöhte Owomoyela mit einem satten 16-Meter-Schuss auf 2:0. Der Pass kam von Frei. Im zweiten Durchgang gelang dem kurz zuvor eingewechselten Kullmann nach Öztekin-Freistoß mit einem wunderschönen Kopfball in den Winkel das 3:0 (78.).
BVB: Ziegler – Owomoyela (64. Rukavina), Santana, Kovac (46. Subotic), Lee (46. Schmelzer) – Tinga (64. Vrancic) – Boateng (72. Hornschuh), Öztekin – Sahin (46. Arslan) – Frei (46. Valdez), Zidan (72. Kullmann). Tore: 1:0 Sahin (22., Boateng), 2:0 Owomoyela (41., Frei), 3:0 Kullmann (78., Freistoß Öztekin). (JS/br)
(http://www.bvb.de)
Fußball-Bundesligist Borussia Dortmunds hat nur knapp ein italienisches Fußball-Wunder verpasst. Die Mannschaft von Coach Jürgen Klopp scheiterte trotz einer großartigen Leistung erst Im Elfmeterschießen mit 3:4 an Udinese Calcio.
14 Tage nach der 0:2-Heimschlappe gegen den Tabellen-Dritten der Serie A besorgte Tamas Hajnal (45. Minute/90.+2) die Treffer für die Gäste aus Dormtund und rettete den Club damit in die Verlängerung. Im “Shootout” scheiterten ausgerechnet Hajnal und Jakub Blaszczykowski.
“Wir haben eine unglaubliche Leistung gebracht“, meinte BVB-Sportdirektor Michael Zorc schon vor dem Elfmeterschießen. Roman Weidenfeller war nach dem Spiel tieftraurig: “Das ist sehr bitter. Wir sind alle sehr enttäuscht, aber wir haben überragend gekämpft“, sagte der Schlussmann nach dem unglücklichen Aus. “Die Mannschaft hat ein Riesenspiel gemacht und von der ersten Sekunde an das Heft in die Hand genommen. Das lindert den Schmerz aber nur ein bisschen“, sagte Klopp. “Wir haben das Gesicht von Borussia gezeigt. Das war großartig“, sagte der 41-jährige Übungsleiter.
Vor nur 11.000 Fußball-Fans im Stadion Friuli präsentierte sich der Gast aus Dortmund wenige Tage nach dem 3:0-Sieg in der Liga gegen den VfB Stuttgart erneut glänzend. Die Schwarz-Gelben begannen in ihrer 165. Europapokal-Partie druckvoll. Bereits nach 120 Sekunden hatte Florian Kringe die erste Chance zur Führung. Zwei Zeigerumdrehungen später (4.) zwang Alexander Frei Udines slowenischen Schlussmann Samir Handanovic bei einem Kopfball zu einer Glanztat.
In der 20. Minute musste Weidenfeller erstmals gegen Simone Pepe eingreifen. Der sechsmalige deutsche Meister drückte, unterstützt von rund 2.000 mitgereisten Anhängern, weiter auf die Tube. In der 23. Minute zappelte der Ball im Netz, doch der spanische Schiri Cesar Muniz Fernandez gab den Frei-Treffer wegen Abseitsstellung nicht. Kurze Zeit später entschärfte Handanovic einen Freistoß von Frei (26.). Glück hatten die Gäste, als ein Kringe-Foul an Antonio Floro Flores (33.) nicht mit Elfmeter geahndet wurde. Udinese wurde stärker, Weidenfeller parierte einen Distanzschuss des Chilenen Mauricio Isla mit Mühe und hatte Glück, dass Young-Pyo Lee auf der Linie klärte (38.). Praktisch mit dem Halbzeitpfiff gelang Hajnal das hochverdiente 1:0. “So präsentiert man sich international. Wir spielen extrem sicher und hätten schon höher führen können“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in der Pause.
Auch nach dem Wechsel drängte Dortmund auf das zweite Tor. Sebastian Kehl (49.) scheiterte per Kopf an Handanovic, Frei erzielte wenig später (50.) seinen zweiten Abseits-Treffer – eine umstrittene Entscheidung. Zwei Minuten danach hatte Antonio di Natale die bis dahin größte Chance der Italiener. Klopp erhöhte das Risiko und wechselte Nelson Valdez für Tinga ein (68.). In der Schlussphase bot sich erneut di Natale (83.) die Möglichkeit zum 1:1. Dann traf Hajnal in der Nachspielzeit. Die Verlängerung wurde zum offenen Schlagabtausch, in der dem BVB nach einem Kehl-Foul an Alexis Sanchez erneut ein Elfmeter erspart blieb (103.). Fabio Quagliarella (108.) scheiterte knapp, dann hielt Weidenfeller (109.) das 2:0 fest. Der eingewechselte Youngster Bajram Sadrijaj (118.) hatte sogar das 3:0 auf dem Fuß.
Der Bundesliga-Fünfte musste auf Mats Hummels, Dede, Mohamed Zidan, Patrick Owomoyela und Diego Klimowicz verzichten. Robert Kovac rückte nach überstandener Oberschenkel-Verhärtung in die Innenverteidigung. Im Sturm bot Klopp den Polen Jakub Blaszczykowski rechts hinter dem Schweizer Frei auf.
Quelle
Neuer Streit um das rechtliche Fundament des Web 2.0: Der Württembergische Fußballverband (wfv) hat das Videoportal Hartplatzhelden verklagt. Bei dem Angebot, an dem sich der Landesverband des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stößt, handelt es sich um ein Ende 2006 gestartetes Mini-YouTube für den Amateurfußball. Nutzer können in Eigenregie selbst aufgenommene Szenen von Spielen in den unteren Ligen hochladen und bewerten. Der wfv hat gegen die hinter der Website stehenden Gesellschafter nun in einer Klage vor dem Landgericht Stuttgart (AZ.: 38 O 139/07 KfH) Ansprüche geltend, weil die Beklagten Filmaufnahmen von Veranstaltungen des Klägers “verwenden und kommerziell nutzen”. Er selbst werde dadurch in der Verwertung und Vermarktung der von ihm ausgerichteten sportlichen Wettkämpfe beeinträchtigt und behindert.
Der Gang vor Gericht hat bereits eine juristische Vorgeschichte. Bei der Hartplatzhelden GmbH ging Ende März eine schriftliche Aufforderung ein, Aufnahmen von Spielen im Rahmen der wfv-Ligen nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Anfang Juni folgte eine kostenpflichtige Abmahnung. Da die angegangenen Gesellschafter die gewünschte Unterlassungserklärung nicht abgaben, hielt der Fußballverband eine Klage für nötig.
In diesem Zusammenhang sieht der Verband nun einen Anspruch auf Unterlassung vor allem auf Basis des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gegeben. Der Veranstalter von Sportereignissen habe “Abwehrrechte” gegen das Ausnutzen der Werbemöglichkeiten durch Dritte, die sich aus dem von ihm organisierten Spielen ergeben. Es liege ein Fall der “unlauteren Leistungsübernahme” vor, da durchaus ein Wettbewerbsverhältnis bestehe. Zugleich würden die Beklagten die “Wertschätzung” der ausgerichteten und finanzierten Veranstaltungen “unangemessen ausnutzen” und sie “beeinträchtigen”. Als Abmahnkosten fordert der Anwalt des wfv eine 1,5-fache Geschäftsgebühr. Als Gegenstandswert hat er 50.000 Euro festgelegt.
Zur Begründung führt der wfv in der heise online vorliegenden Klageschrift ins Feld, dass seine Kernaufgabe die Ausrichtung, Veranstaltung und Durchführung von Meisterschafts- und anderen Wettbewerben im Bereich des Fußballsports sei. So würden an jedem Wochenende mehr als 5000 Fußballspiele auf Sportplätzen im Vereinsgebiet ausgetragen. In diesem Zusammenhang erbringe der Verband “umfangreiche organisatorische und finanzielle Leistungen”. Er organisiere den gesamten Spielbetrieb, stelle Spielpläne auf, betreibe einen Online-Ergebnisdienst, organisiere die Sportgerichtsbarkeit, bilde Ordner aus und setze ligaweite Stadionverbote fest.
Im Interesse auch der Vereine arbeitet die DFB-Untergruppe nach eigenen Angaben auch an der Vermarktung der Amateurspiele. So biete sie etwa bereits Werbemöglichkeiten im Rahmen seines Internet-Auftrittes an. Darüber hinaus halte man einen “Service- und Shopbereich” bereit, über den zahlreiche Merchandising-Artikel bezogen werden könnten. Zudem sei es möglich, Ausschnitte aus vom Kläger veranstalteten Spielen als Video anzuschauen.
An den Hartplatzhelden stört den wfv daher besonders, dass auf dessen Webseite von Dritten Filmbeiträge von Spielen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden sollen, die dann öffentlich zugänglich gemacht werden. Das Recht zur gewerblichen Auswertung der Beiträge und zur öffentlichen Wiedergabe stehe gemäß der eigenen Satzung dem Kläger selbst zu. Darin ist davon die Rede, dass für “Fernseh- und Hörfunkübertragungen” vergütungspflichtige Verträge abzuschließen sind. In Ausübung dieser Befugnisse habe man Vertragsverhandlungen unter anderem mit dem Portal Die Ligen aufgenommen, um die zustehenden Rechte kommerziell zu verwerten. Zudem habe auch die von T-Com mit gegründete DFB-Medientochtergesellschaft ein Angebot über die exklusiven Vermarktungsrechte unterbreitet. Die “rechtswidrige” Verwertung der Bewegtbilder durch die Beklagte sei hier beim Abschluss von Verträgen mit den Trägern des Amateurfußballs hinderlich.
Thomas Ramge, der die Web-2.0-Plattform gemeinsam mit dem Trainer und Spieler Oliver Fritsch sowie dem Internetunternehmer Steffen Wenzel gegründet hat, sieht die kleine GmbH dagegen zu Unrecht angegriffen. “Es kann nicht sein, dass ein Landesverband des DFB seinen Mitgliedern verbieten möchte, sich mit Enthusiasmus für den Sport im Internet zu präsentieren”, erklärte der Firmensprecher gegenüber heise online. Die Spieler bekämen kein Geld für ihre allein entscheidenden Leistungen auf dem Platz vom wfv. Es müsse ihnen daher gestattet sein, die Möglichkeiten des Internet zu nutzen und sich etwa über Hartplatzhelden.de zu vernetzen.
Mit der Klage wollte sich der Verband laut Ramge wohl den vermeintlich schwächsten Gegner aussuchen, um ein “Grundsatzurteil” zu nutzergenerierten Inhalten zu fällen. Ähnliche oder gleiche Mitschnitte seien schließlich auch auf größeren, nicht-themenspezifischen Videoportalen einfach zu finden. Bei den Hartplatzhelden handle es sich dagegen um “keinen fetten Kapitaldampfer, der dem DFB die Geschäfte kaputt macht”. Vielmehr habe man den Aufbau der Seite “mit eigenen Mitteln gewuppt” und die dahinter liegende Infrastruktur mithilfe von Sponsoren wie T-Online zum Laufen gebracht. Die Werbeeinnahmen, die mit dem Abruf von Spielen aus den Kreisligen des wfv erzielt würden, lägen im “einstelligen Cent-Bereich”. Dennoch habe man generell zumindest die Mittel, um den Rechtsstreit “in mehreren Instanzen” durchzuziehen.
Der Anwalt der Hartplatzhelden, Fabian Reinholz von der Berliner Kanzlei Härting Rechtsanwälte, rechnet seinen Klienten gute Chancen bei der Abwehr der Unterlassungsklage aus. Ihn wundert vor allem, dass der Kläger “aufs Wettbewerbsrecht ausgewichen ist”. Die sonst häufig ins Spiel gebrachten Urheber- oder Markenrechte hätten vom Schutzbereich her nicht ausgereicht. Man müsse nun die Frage stellen, wo bei den “wettbewerbsrechtlichen Vorleistungen” eine Grenze zu ziehen sei. Bei den Amateurspielen sieht er diese jedenfalls nicht erreicht. Sonst dürfe künftig auch niemand mehr Fotos oder Videoaufnahmen etwa von der Silvesterfeier am Brandenburger Tor veröffentlichen, da hier der Berliner Senat oder seine Partner entsprechende Vorleistungsrechte geltend machen könnten. Dem DFB wirft Reinholz vor, sich im Nachklang des “Hypes” um die Fußball-WM 2006 die “Pfründe” für eine umfassende Vermarktung der Amateur-Ligen in den Medien sichern zu wollen. Echte Alternativen zu den Hartplatzhelden habe er dabei aber noch nicht zu bieten. (Stefan Krempl) / (jk/c’t)